Sächsische Zeitung, 10. März 2007

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Manufaktur zeigt Medaillen und Münzen

Notmünzen, Spielgeld und olympische Medaillen aus echtem Meissner sind noch bis Ende Juni im Porzellan-Museum zu sehen.

von Peter Anderson

Traulich vereint liegen Marx, Engels und Lenin in der großen Vitrine neben Generalfeldmarschall Mackensen. Eine Etage darüber residiert August der Starke. Wie ein Bilderbuch der Zeitgeschichte präsentiert sich die am Donnerstagabend (8. März 2007) in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur eröffnete Sonderausstellung "Medaillen und Münzen aus Meissener Porzellan und Böttgersteinzeug".

Was auf den ersten Blick als exotisches Nebengeschäft erscheinen mag, erweist sich bei eingehender Betrachtung als wichtiger Geschäftszweig der Manufaktur. "Bereits kurz nach der Gründung der Porzellan-Manufaktur durch August den Starken im Jahr 1710 wurden Medaillen beziehungsweise Plaketten als Gastgeschenke für bedeutende Persönlichkeiten gefertigt, zum Beispiel für Zar Peter den Großen", so Christian Beyer vom Freundeskreis keramischer Münzen und Medaillen in seiner Rede am Donnerstag.

Diese ersten Stücke kann die Manufaktur zwar nicht zeigen - sie gehören zu den gehüteten Schätzen großer Museen - dafür wartet die Schau mit anderen Glanzpunkten auf. Vitrine III entführt in die hellblau-weiße Welt der frühen Arbeiten. Die biedermeierlichen Porträts, antiken Gemmen nachgebildet, erfreuten sich Anfang des 19. Jahrhunderts großer Beliebtheit. Heute mutet der nach dem englischen Porzellan-Unternehmer Josiah Wedgwood benannte Stil fast kitschig an.

Insgesamt elf Vitrinen breiten die vielseitige Geschichte der Meissener Medaillen und Münzen von den Anfängen bis in die unmittelbare Gegenwart aus. Dem Verwendungszweck sind scheinbar keine Grenzen gesetzt. Meissener Medaillen gab es zu den Olympischen Spielen 1936, ebenso wie zur Friedensfahrt oder der Fecht-Weltmeisterschaft 2005 in Leipzig. Notmünzen aus Meissener Porzellan ersetzten zeitweise das reguläre Zahlungsmittel in Sachsen oder Guatemala. Das Spielcasino Danzig-Zoppot griff auf Meißner Jetons zurück, um falsche Plastik-Jetons aus dem Verkehr zu ziehen.

Am verbreitetsten dürfte allerdings die vertraute Porträt-, Gedenk- oder Jubiläumsmedaille sein - "ein intimes Denkmal im handlichen Format." So zitierte Münzfreund Bayer den stellvertetenden Direktor des Münzkabinetts im Berliner Bode-Museum.

money trend, Mai 2007

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Sonderausstellung im Porzellan-Museum der Manufaktur Meissen

Vom 9. März bis zum 30. Juni 2007 widmet sich eine Sonderausstellung im Porzellan-Museum der Manufaktur Meissen dem Thema Meissener Medaillen und Münzen.

Die Beliebtheit bei zahlreichen Sammlern und die Vielfalt von Medaillen aus rotbraunem Feinsteinzeug, genannt Böttgersteinzeug®, und aus Meissener Porzellan®, sind für den Freundeskreis keramischer Münzen und Medaillen (gegründet im April 2005) und die Porzellan-Manufaktur Meissen Anlass für die umfangreiche Präsentation.

Das diesjährige 300. Jubiläum der Entwicklung des Böttgersteinzeugs® bietet dazu den geeigneten historischen Bezug. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine auf 100 Exemplare limitierte Sondermedaille des Freundeskreises und der Manufaktur.

Etwa 500 Medaillen und Münzen aus der fast 300-jährigen Geschichte der Manufaktur, darunter viele, bisher sehr selten gezeigte Stücke aus den Sammlungen der Mitglieder des Freundeskreises sowie Neuerscheinungen werden in elf Vitrinen ausgestellt. Zu sehen sind beispielhafte Werke von Künstlern, die für die Manufaktur gearbeitet haben bzw. tätig sind. Unter den Exponaten befinden sich Stücke von z. B. Esser, Börner, Scheurich und Tübke sowie den Künstlern der letzten Jahrzehnte Manfred Wünsche, Peter Strang, Ludwig Zepner, Silvia Klöde und Jörg Danielczyk.

Jahresmedaille 2007. Diese ist Johann Friedrich Böttger gewidmet, aus Anlass des 300. Jubiläums der Erfindung des roten Feinsteinzeugs, des Böttgersteinzeugs® durch Böttger, im Jahr 1707. Entwurf: Jörg Danielczyk, Künstlerischer Leiter Gestaltung der Manufaktur. Durchmesser: 50 mm. Böttgersteinzeug®

 

Meißener Tageblatt vom 01.03.2007

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Im Porzellan-Museum

Manufaktur zeigt neue Schau

Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen zeigt eine neue Sonderausstellung. Im Porzellan-Museum der Manufaktur an der Talstraße dreht sich vom 9. März bis zum 30. Juni alles um "Medaillen und Münzen aus Meissener Porzellan und Böttgersteinzeug".

Die Vielfalt sorgt für Faszination: Die kleinen Stücke aus dem rotbraunen Böttgersteinzeug und aus Meissener Porzellan sind bei Sammlern beliebt. Im April 2005 gründete sich der "Freundeskreis keramischer Münzen und Medaillen", der nun mit der Meißner Porzellan-Manufaktur die umfangreiche Präsentation zeigt. Ein wichtiger Anlass für die Schau war auch das 300. Jubiläum der Entwicklung des Böttgersteinzeugs, das in diesem Jahr gefeiert wird. Begleitend zur neuen Ausstellung erscheint eine auf 100 Exemplare limitierte Sondermedaille des Freundeskreises und der Manufaktur.

Gezeigt werden in der Sonderschau etwa 500 Medaillen und Münzen aus der fast 300-jährigen Geschichte der Manufaktur, darunter viele, bisher sehr selten gezeigte Stücke aus den Sammlungen der Mitglieder des Freundeskreises. Dazu kommen in 11 Vitrinen auch Neuerscheinungen. Zu sehen sind beispielhafte Werke von Künstlern, die für die Manufaktur gearbeitet haben oder noch tätig sind. Unter den Exponaten sind Stücke von Esser, Börner, Scheurich und Tübke, aber auch von den Künstlern der letzten Jahrzehnte: Manfred Wünsche, Peter Strang, Ludwig Zepner, Silvia Klöde und Jörg Danielczyk.

Schon bald nach der Gründung der Porzellan-Manufaktur Meissen im Jahr 1710 entstanden erste Reliefmedaillons aus Böttgersteinzeug mit den Darstellungen berühmter Persönlichkeiten. Sie zeigten z. B. Zar Peter I. den Großen oder Kurfürst Johann Georg IV. Sie sind die Vorläufer der späteren Medaillen. Die Entwürfe schufen zu Beginn des 18. Jahrhunderts Künstler wie Balthasar Permoser, Christian Kirchner und François Coudray. Eine Blütezeit erlebten die Medaillen in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. In den Jahren 1920/21 wurden aus Böttgersteinzeug und Meissener Porzellan sogar das sogenannte "Notgeld" und Spendenmünzen hergestellt.

T. Grau

Meißener Tageblatt vom 29.03.2007

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Kunst im handlichen Format

Etwa 500 Medaillen und Münzen aus fast 300 Jahren Meissener Manufakturgeschichte präsentiert eine Ausstellung im jüngsten Anbau des Traditionsbetriebes in der Talstraße. "Ein intimes Denkmal im handlichen Format" - So erklären Fachleute den Charakter der Medaille. Deshalb verwundert es nicht, dass die große Anzahl der Exponate in nur 11 Vitrinen gezeigt werden kann und die ganze Schau in einen einzigen, relativ kleinen Raum passt.

Was sich hier bietet, erweist sich als große Kunst, gestaltet in Porzellan und dem rotbraunen Böttgersteinzeug. Zwar werden die ersten, bereits 1710 in der Manufaktur entstandenen Reliefmedaillons mit Darstellungen von Zar Peter I. oder Kurfürst Johann Georg IV., dem früh verstorbenen Bruder Augusts des Starken, heute nur in bedeutenden Kunstmuseen gezeigt, dennoch reiht die aktuelle Meissen-Schau Kleinod an Kleinod. Diese reichen von frühen Abformungen antiker Gemmen bis in die jüngste Zeit, umfassen Medaillen zur Manufakturgeschichte, prächtige Künstler- und Gedenkmedaillen sowie Arbeiten namhafter Auftraggeber aus unterschiedlichen Epochen der Zeitgeschichte. Da tummeln sich Könige, Kurfürsten und Generäle neben Marx, Engels und Lenin. Der Befreiungskriege 1812/13 wird ebenso gedacht wie dem Kampf um die Seelower Höhen oder dem Fall der Mauer. In der Reihe der Dichter und Komponisten findet sich der Erzgebirgssänger Anton Günther neben Bach und Beethoven. Medaillen rund um den Sport vereinen Erinnerungen an die Olympischen Spiele 1936 mit der an die Leipziger Schacholympiade 1960 oder an die vergebliche Olympiabewerbung 2012. Höchst attraktiv ist die Sammlung von Notmünzen aus dem deutschen Reich, dem Freistaat Sachsen sowie verschiedener Städte und Firmen bis hin zu Notgeldscheinen der Manufaktur, die um 1922/23 im Umlauf waren. Unter den Gestaltern befinden sich Künstler wie Paul Esser, Emil Paul Börner, Paul Scheurich und Werner Tübke oder Manfred Wünsche, Peter Strang, Silvia Klöde und Jörg Danielczyk aus jüngster Zeit.

Sondermedaille aufgelegt

Seit langem erfreuen sich die attraktiven Kunstwerke weltweit bei Sammlern und Liebhabern größten Interesses. Auch dafür ist die Ausstellung ein beredtes Zeichen. Sie entstand gemeinsam mit dem Freundeskreis keramischer Münzen und Medaillen, der sich erst im April 2005 formiert hat und heute etwa 50 Mitglieder zählt. Einige von ihnen, sämtlich langjährige und erfahrene Sammler, wirkten als Leihgeber. Geschäftsführer Dr. Hannes Walter dankte ihnen für die fruchtbare Zusammenarbeit. Begleitend zur Ausstellung editiert die Manufaktur für ihre Sammlerfreunde eine auf 100 Exemplare limitierte Sondermedaille.

Anlass zur Schau ist das 300. Jubiläum der Erfindung des "dicht gesinterten rotbraunen Steinzeugs". So lautet der Fachbegriff für das Böttgersteinzeug, das Johann Friedrich Böttger im Jahre 1707 erstmalig gelang. Das gilt als Vorstufe zur Erfindung des weißen europäischen Hartporzellans, aber dennoch dominiert allein "das weiße Gold" das Produktionsgeschehen der Manufaktur. Das Feinsteinzeug schien völlig vergessen, bis dem Betriebschemiker William Funk 1917/18 seine Neuerfindung gelang. Der patentrechtliche Schutz des Namens "Böttgersteinzeug" datiert aus dem Jahr 1919. Seither kommt der Werkstoff bei Plastiken und vor allem bei Medaillen und Münzen, Plaketten und Medaillons immer wieder zum Einsatz. Medaillenfreunde ließen wissen, dass sie bei diversen Objekten das rotbraune Feinsteinzeug gar favorisieren.

Kl. Harder

Numismatisches Nachrichtenblatt (NNB) 6/07

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Medaillen und Münzen aus Meissener Porzellan und Böttgersteinzeug

Sonderausstellung im Porzellan-Museum der Manufaktur Meissen

von Gundela Corso

Vom 9. März bis zum 30.Juni 2007 widmet sich eine Sonderausstellung im Porzellanmuseum der Manufaktur Meissen dem Thema Meissener Medaillen und Münzen.

Die Beliebtheit bei zahlreichen Sammlern und die Vielfalt von Medaillen aus rotbraunem Feinsteinzeug, genannt Böttgersteinzeug, und aus Meissener Porzellan sind für den Freundeskreis keramischer Münzen und Medaillen (gegründet im April 2005) und die Porzellan-Manufaktur Meissen Anlass für diese umfangreiche Präsentation. Das diesjährige 300. Jubiläum der Entwicklung des Böttgersteinzeugs bietet dazu den geeigneten historischen Bezug. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine auf 100 Exemplare limitierte Sondermedaille des Freundeskreises und der Manufaktur.

Etwa 500 Medaillen und Münzen aus der fast 300-jährigen Geschichte der Manufaktur, darunter viele, bisher sehr selten gezeigte Stücke aus den Sammlungen der Mitglieder des Freundeskreises sowie Neuerscheinungen, werden in 11 Vitrinen ausgestellt. Zu sehen sind beispielhafte Werke von Künstlern, die für die Manufaktur gearbeitet haben bzw. tätig sind. Unter den Exponaten befinden sich Stücke von z. B. Esser, Börner, Scheurich und Tübke sowie von Künstlern der letzten Jahrzehnte Manfred Wünsche, Peter Strang, Ludwig Zepner, Silvia Klöde und Jörg Danielczyk.

Schon bald nach der Gründung der Porzellan-Manufaktur im Jahr 1719 entstanden erste Reliefmedaillons aus Böttgersteinzeug mit den Darstellungen berühmter Persönlichkeiten wie Zar Peter I. dem Großen oder Kurfürst Johann Friedrich IV. Sie sind Vorläufer der späteren Medaillen. Die Entwürfe schufen zu Beginn des 18. Jahrhunderts Künstler wie Balthasar Permoser, Christian Kirchner und François Coudray. Eine Blütezeit erlebten die Medaillen in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Auch wurden in den Jahren 1920/21 das so genannte Notgeld und Spendenmünzen aus Böttgersteinzeug und Meissener Porzellan hergestellt. Seit dieser Zeit gehören Medaillen zum ständigen Angebot der Meissener Manufaktur, der Themenfundus ist dabei fast unbegrenzt.

TOP Magazin Dresden / Ostsachsen, Ausgabe 1, Frühjahr 2007

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Raritäten aus Meissener Porzellan und Böttgersteinzeug

Das Porzellan-Museum der Manufaktur Meissen widmet sich in einer bis zum 30. Juni 2007 geöffneten Sonderausstellung ganz besonderen Raritäten. Zu sehen sind etwa 500 Medaillen und Münzen aus der fast 300-jährigen Geschichte der Manufaktur, darunter viele, bisher sehr selten gezeigte Stücke aus den Privatsammlungen der Mitglieder des Freundeskreises sowie Neuerscheinungen. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine auf 100 Exemplare limitierte Sondermedaille des seit April 2005 bestehenden Freundeskreises, der gegenwärtig aus 50 Sammlern besteht. Seit der Gründung der Manufaktur 1710 gehören Münzen und Medaillen zum Fundus des Hauses. Erste Reliefmedaillons und Böttgersteinzeug mit Darstellungen berühmter Persönlichkeiten wie Zar Peter I. dem Großen oder Kurfürst Johann Georg IV. sind wertvolle Vorläufer der späteren Medaillen. Schöpfer dieser vielfältigen faszinierenden Entwürfe waren vor allem Balthasar Permoser, Christian Kirchner und François Coudray. Eine Blütezeit erlebte die Medaillenherstellung in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts unter Direktor Max Adolf Pfeiffer. Auf ihn ging die von 1918 bis 1934 reichende Initiative zurück, jeweils zum Jahreswechsel eine auf 100 Exemplare limitierte Neujahrplakette an Freunde des Meissener Porzellans zu überreichen. Damals wurden auch sogenanntes Notgeld und Spendenmünzen aus Böttgersteinzeug und Meissener Porzellan hergestellt, um in Zeiten akuten Kleingeldmangels Handel und Geldverkehr funktionsfähig zu halten. Ein Teil der Ausstellung ist eigens diesen Raritäten gewidmet. Seit jener Zeit gehören Medaillen verstärkt zum ständigen Angebot der Meissener Manufaktur. Ob Städtemotive, Tier- und Landschaftsdarstellungen, Märchen oder auch Jubiläen u.a. - der Themenfundus ist fast unbegrenzt. Meissener Medaillen widerspiegeln Tradition und hohe Handwerkskunst sowie Individualität und Rarität. Herausgegeben oftmals in limitierter Auflage, überreicht als Geschenk, Auszeichnungen oder selbst erworben - Meissener Medaillen erfreuen Liebhaber und Sammler weltweit.

"Die Wesensbestimmung der Medaille ist es, als ein intimes Denkmal im handlichen Format die Erinnerung wach zu halten, die Sinne anzuregen, zugleich zu belehren und nicht zuletzt Freude und Zuversicht zu wecken." Christian H. Beyer, Vorsitzender des Freundeskreises, zitierte am Eröffnungsabend diese Worte des stellvertretenden Direktors des Münzkabinetts im Bode-Museum Berlin, Wolfgang Steguweit, um die überaus zahlreichen Gäste in anschaulicher Art und Weise auf die Ausstellung einzustimmen. Gezeigt werden beispielhafte Werke von Künstlern, die für die Manufaktur gearbeitet haben bzw. noch tätig sind. Unter den Exponaten befinden sich Stücke von Esser, Börner und Tübke sowie Künstlern der letzten Jahrzehnte Manfred Wünsche, Peter Strang, Ludwig Zepner, Silvia Klöde, Jörg Danielczyk u.a.

Dr. Hannes Walter, Geschäftsführer der Porzellan-Manufaktur Meissen, dankte allen Beteiligten für die ausgezeichnete Arbeit und würdigte insbesondere die Leistung des Freundeskreises und der Ehrenmitglieder Sieglinde und Karl-Heinz Weigelt, die an diesem Abend den neuen, achten Katalog zu Meissener Medaillen und Münzen vorstellten.

Helga Uebel

MünzenRevue 5/2007

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SONDERAUSSTELLUNG IM PORZELLAN-MUSEUM DER STAATLICHEN PORZELLAN-MANUFAKTUR MEISSEN VOM 9. MÄRZ BIS 30. JUNI

Medaillen und Münzen aus Meissener Porzellan und Böttgerstenzeug

Von Hermann Schnabel

Unter Kurfürst August dem Starken von Sachsen wurde 1710 in der Albrechtsburg in Meißen die Porzellan-Manufaktur gegründet. Die ersten Erzeugnisse, die bereis 1710 auf der Leipziger Messe angeboten wurden, bestanden ausrotbraunem Feinsteinzeug, dem sogenannten Böttgersteinzeug. Ihm folgte 1713 auf der Messe das "Böttgerporzellan". Und keramische Medaillen, insbesondere aus Bttgersteinzeug, wurden ab 1710/1712 gefertigt, und zwar bis in die Gegenwart. Knapp 300 Jahre Medaillenschaffen laden zu einer Rückschau ein. Die "Gemeinsame Ausstellung der Porzellan-Manufaktur und des Freundeskreiss keramischer Münzen und Medaillen" hat sich das zur Aufgabe gemacht und in einer äußerst ansprechenden und umfassend informierenden Weise gelöst.

Man hat elf Themengruppen gebildet und in ebenso viele Vitrinen die Exponate - Medaillen, Notgeld, Plaketten - zur Schau gestellt. In der ersten Vitrine stellt sich der Freundeskreis keramischer Münzen und Medaillen vor. Es wird auf Johann Friedrich Böttger (1682 - 1719) eingegangen und auf Ehrenfried Walther Graf von Tschirnhaus (1661 - 1708). Dieser sächsische Gelehrte hatte spätestens ab 1693 auf dem Gebietder Keramik experimentiert, und zwar mit dem Ziel, ein eigenständiges europäisches Porzellan zu entwickeln. Seine dabei gesammelten umfangreichen Erfahrungen gab er an Böttger weiter.

"Medaillenfertigung vom Auftrag bis zur Medaille" nennt sich das Thema der zweiten Vitrine. Der Betrachter erfährt, dass die Porzellan-Manufaktur Aufträge zur Medaillenherstellung entgegen nimmt. Üblich und sinnvoll ist es, dass der Auftraggeber Vorstellungen unterbreitet, am besten in Verbindung mit Bildern oder Fotos. Di Manufaktur setzt die Vorschläge innerhalb von sechs Monaten um. Die Auflagenhöhe für Medaillen bis zu 50 mm Durchmesser liegt bei mindestens 1000 bis 1500 Exemplaren. Natürlich trägt jede Medaille die Kurschwerter, das Markenzeichen der Porzellan-Manufaktur. Auf Wunsch erarbeitet die Manufaktur für den Auftraggeber auch die Entwürfe selbst.

Vitrine 3 befasst sich mit der Manufakturgeschichte. Bei den früheren Abformungen und Arbeiten sind insbesondere die Abformungen von antiken Gemmen und frühe Medaillen zu nennen. Letztere wurden unter anderem als Geschenke an bedeutende Persönlichkeiten vorgeshen, etwa für Zar Peter den Großen. Die Vitrinen 4, 5 und 6 betreffen Künstler-Medaillen und sind Personen und Ereignisen der Geschichte gewidmet. Neujahsplaketten sowie Jahresmedaillen findet man in Vitrine 7, solche für Dichter und Komponisten in Vitrine 9. Auch der Sport (Vitrine 10) wurde nicht vergessen. "Meißen im Spiegel der Medaillen" (Vitrine 11) bildet den Abschluss.

Numismatiker allerdings werden vor allem Vitrine 8 ihre Aufmerksamkeit schenken. Hier kommen vielerlei Notmünzen und Jetons sowie Notgeldscheine der Manufaktur zur Geltung. Ein wirkliches Kuriosum stellt Notgeld von Guatemala aus Böttgersteinzeug im Nennwert von 2 Pesos dar. Ob es je nach Guatemala gelangte und dort zirkulierte, war nicht angegeben.

Texttafeln an den Wänden des Ausstrellungsraums liefern flankierende Informationen.

Zur Ausstellung erschien eine auf 100 Exemplare limitierte Sondermedaille in Böttgersteinzeug. Preis 68.-- Euro. Sie ist an der Kass erhältlich.

Freie Presse, Freiberg, 8. März 2007

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Schätze aus Porzellan und Böttgersteinzug

Sonderausstellung im Porzellan-Museum der Manufaktur Meissen öffnet am morgigen Freitag

Meißen. Eine Sonderausstellung im Porzellan-Museum der Manufaktur Meissen widmet sich vom 9. März bis zum 30. Juni dem Thema Meissener Medaillen und Münzen. Die Beliebtheit der Medaillen aus rotbraunem Böttgersteinzeug und aus Meissener Porzellan bei zahlreichen Sammlern sowie die Vielfalt sind für den Freundeskreis keramischer Münzen und Medaillen und die Porzellan-Manufaktur Meissen Anlass für diese umfangreiche Präsentation.

Das 300. Jubiläum der Entwicklung des Böttgersteinzeugs in diesem Jahr biete dazu den geeigneten historischen Bezug, so die Organisatoren. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine auf 100 Exemplare limitierte Sondermedaille. Etwa 500 Medaillen und Münzen aus der Geschichte der Manufaktur, darunter viele bisher selten gezeigte Stücke aus den Sammlungen der Mitglieder des Freundeskreises, sowie Neuerscheinungen werden in elf Vitrinen ausgestellt. Zu sehen sind Werke von Künstlern, die für die Manufaktur gearbeitet haben beziehungsweise tätig sind. Unter den Exponaten befinden sich zum Beispiel Stücke von Esser, Börner, Scheurich und Tübke.

Schon bald nach der Gründung der Porzellan-Mnufaktur Meissen im Jahr 1710 entstanden erste Reliefmedaillons aus Böttgersteinzeug mit den Darstellungen berühmter Persönlichkeiten, wie Zar Peter I. der Große oder Kurfürst Johann Georg IV. Sie sind die Vorläufer der späteren Medaillen. Die Entwürfe schufen zu Beginn des 18. Jahrhunderts Künstler wie Balthasar Permoser, Christian Kirchner und François Coudray. Eine Blütezeit erlebten die Medaillen in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. (AN)

Handzettel zum Mitnehmen aus der Ausstellung

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Notmünzen aus Porzellan

Um in Zeiten akuten Kleingeldmangels den Handel und Geldverkehr funktionsfähig zu erhalten, wurde von verschiedenen Städten und Gemeinden, oder auch privaten Unternehmen für einen begrenzten Zeitraum Notgeld in Umlauf gesetzt, dessen Einlösung gesetzlich garantiert war. Der Gültigkeitsbereich des Notgeldes war meist nur auf das Gebiet der ausgebenden Institution begrenzt. In Deutschland war Notgeld vor allem in den Jahren 1920 bis 1922 im Umlauf.

Notgeld wurde aus sehr unterschiedlichem Material hergestellt. Am bekanntesten und häufigsten ist Notgeld aus Metall und Papier. Notgeld gab es aber auch aus ungewöhnlichem Material wie Stoff, Leder, Glas, Kunststoff sowie Steinzeug und Porzellan.

In Deutschland wurde Notgeld aus Pozellan und Steinzeug vor allem von der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen hergestellt. Aufbauend auf Erfahrungen in der Herstellung von Porzellanmedaillen, die bis in das Jahr 1720 zurückgehen, entwickelte man in Meissen eine Münzenform mit verstärktem Rand, durch die eine gute Stabilität der Porzellanmünzen erreicht wurde. Als keramisches Material bevorzugte man meist das braune Böttgersteinzeug, technisch der Vorläufer des "weißen" Porzellans, da es im Gebrauch weniger schmutzempfindlich ist. Wie alle Erzeugnisse der Manufaktur tragen auch sämtliche hier hergestellten Notmünzen die bekannte Schwertermarke als Warenzeichen und Qualitätsmerkmal.

Die Herstellung der Porzellanmünzen erfolgt nach dem gleichen technischen Prinzip wie die Fabrikation anderer Porzellanartikel. Nach einer Entwurfszeichnung wird ein Modell gefertigt, von dem eine Gipsform zur Herstellung einiger Probestücke abgenommen wird. Nach Begutachtung oder Korrektur erfolgt die Herstellung eines Stahlstempels für die Münzauflage. Die mit dem Stahlstempel wie eine Metallmünze geprägte, noch lederartige Steinzeug- oder Porzellanmünze erhält ihre Härte und Festigkeit erst durch das anschließende Brennen bei einer Temperatur von 1400°C.

Für alle Arten des Notgeldes entwickelte sich bald ein lebhaftes Sammlerinteresse, wobei das Porzellannotgeld durch seine künstlerische Gestaltung eine besondere Stellung einnahm. Da auf diese Weise ein erheblicher Teil aller Notgeldausgaben von Sammlern aus dem Verkehr gezogen und nicht wieder eingelöst wurde, ergaben sich für die ausgebenden Stellen nicht unerhebliche "Münzgewinne", während der eigentliche Ausgabeanlass, nämlich Münzkleingeld für den Umlauf bereitzustellen, unterlaufen wurde.

Nachdem die allgemeine Versorgung des Wirtschaftsverkehrs mit Kleingeld durch die staatlichen Münzprägeanstalten gewährleistet war, wurde im Juli 1922 ein Gesetz zur Einlösung von Notgeld aller Art bis zum 30. September 1922 und dem Verbot der Neuausgabe von Notgeld erlassen.

Um dennoch nicht auf die durch nicht eingelöstes Notgeld in den Sammlerschatullen erzielten Einnahmen verzichten zu müssen, gaben etliche Gemeinden Notgeld, auch Porzellannotgeld, ohne Wertangabe aus. Der Vertrieb dieser Sammlermünzen erfolgte verschiedentlich sogar durch von den Gemeinden autoriserte Privatfirmen, die nur den Münzgewinn bei den Gemeindekassen abzuliefern hatten.

Beispiele von Notmünzen sowie einigen Notmünzen-Proben aus der Staatlichen Porzellan-Manfaktur Meissen zeigt Ihnen die

Sonderausstellng in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen vom 8. März - 30. Juni 2007